15:30 Uhr

Drei Jazzerinnen vereinen Himatklänge

Drei Musikerinnen, drei Kontinente, drei musikalische Geschichten. Die Musiktraditionen Österreichs, Brasiliens und Taiwans treffen aufeinander, ziehen sich an, stoßen sich ab, finden so aber immer wieder den Antrieb, musikalisch ein Stückchen weiter zu gehen, neue Spielarten des Miteinanders instrumental zu erkunden.

Die drei Musikerinnen hielten bei ihrem Auftritt im Thon-Dittmer-Hof, was ihr Demo versprach: Freude am spielerischen Umgang mit prägenden Musikbausteinen aus ihrer jeweiligen Heimat, Einfallsreichtum und Mut zu neuen Formen, aber auch die Reife, selbstbewusst einzeln in Erscheinung zu treten.

Die aus Taiwan stammende Pianistin Tzu‐Min Lee brachte in das Konzert nicht nur eine Interpretationen der Volksmusik ein, die sie von ihrer Großmutter vermittelt bekam, sie zeigte eine kalkulierte Stringenz, die ihre klassische Ausbildung in das freiere Klangbild des Trios transportierte.

An Sopran- und Baritonsaxophon zeigte sich Victoria Pfeil experimentierfreudig, mit sichbarer Begeisterung dafür, in hohen wie tiefen Lagen die Kommunikation auf der Bühne zu bereichern.

Bassistin Thatiana Gomes bewies die Wandlungsfähigkeit ihres Grooves von den Rhythmen ihrer brasilianischen Heimat bis hin zum Avishai Cohen Cover. Auch sie wechselte völlig überzeugend ständig zwischen Führungs- und Begleitrolle und demonstriete eine Tugend, die das Zusammenspiel aller drei so wohltuend wirken ließ: das Gönnen können.

Die drei Musikerinnen freuten sich sehr über ihr erstes Gastspiel „nördlich von Passau“, die begeisterte Reaktion des Publikums lässt vermuten, dass sie drei problemlos auch noch den Norden mit einer frischen Brise Jazz erobern werden. Bis dahin werden sich die zahlreichen Käufer noch an ihrem Debütalbum „triangle“ erfreuen.